
Lilith wurde neben Inanna und weiteren Göttinnen im Matriarchat, das vor ca. 3500 Jahren langsam durch das Patriarchat abgelöst wurde, von Männern, wie auch von Frauen sehr verehrt .
Die matriarchalen Kulturen zeichneten sich durch ein zyklisches Bewusstsein aus, das Leben, Tod, Wiedergeburt, Fruchtbarkeit, Sinnlichkeit, Mütterlichkeit und Körperlichkeit verehrte.
In der Folge entstand über das Patriarchat ein dualisierendes Denken und Bewusstsein, das sich über die Wertung und Trennung z.Bsp. von Himmel und Erde, Gott-Teufel, entweder-oder, gut – böse manifestierte. Das Weibliche, die Körperlichkeit und Sexualität wurden entwertet und/ oder dämonisiert.
Verschiedene Mythen ranken sich um Lilith, die durch das beginnende Patriarchat Ihrer heiligen Göttlichkeit beraubt und entwertet wurde, und sich als kinderfressende Dämonin wiederfand. Wie zum Beispiel in der jüdischen Mythologie.
Dort wird sie als 1. Frau Adams beschrieben, die sich weigerte, beim Liebesakt unter ihm zu liegen. Sie flüchtete und floh aus dem Paradies. Gott schickte Engel zu ihr, um sie zu ihrem Mann zurückzubringen. Sie lehnte ab. Sie gebar hunderte Kinder von Dämonen.
Ebenso soll sie Neugeborene mit Krankheiten geschwächt haben. Im orthodoxen Judentum tragen bis heute noch Neugeborene ein Amulett zum Schutz vor Lilith.
Nicht nur die Entwertung Liliths in der jüdischen Mythologie, prägte auch das patriarchale Christentum und vor allem in der Folgezeit die Kirche, in Bezug auf das Thema Frau, Weiblichkeit, Körperlichkeit und Sexualität. Bemerkenswert ist die Umkehrung und Verdrehung des Sakralen. Zuerst als Göttin verehrt, dann als Dämonin entwertet. Diese Prozesse hatten weitreichende Folgen, die bis in unsere heutige Zeit und Kultur reichen, ohne, dass wir uns darüber im Klaren sind.

Einsamkeitsgefühle, die Angst nicht seiner Selbst-Willen geliebt zu sein, nicht Gut- Genug-Sein, eine grosse Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe, gehalten, geliebt und genährt sein etc. sind die Folgen, unter denen wir alle mehr oder weniger leiden.
Wir haben von klein an gelernt, uns anzupassen, zu gehorchen, lieb und nett zu sein, eigene Bedürfnisse hinten an zu stellen, darauf zu achten, was andere über uns denken, hübsch auszusehen, besser zu sein als andere und Leistung zu erbringen, um uns Liebe und Anerkennung zu sichern. Mitunter schmerzlich und enttäuscht nehmen wir wahr, dass wir damit nicht wirklich unserer Selbst-Willen geliebt werden und dass etwas ganz Elementares in unserem Leben fehlt.
Durch die Emanzipationswelle in den 80-igern kam der Lilith-Aspekt – ein Archetyp des Frauseins – wieder in´s Bewusstsein. Frau war nun langsam nicht mehr bereit, die Rolle der unterdrückten, angepassten und “ unter-legenen “ Eva weiter zu spielen.
Es ist kein Zufall, dass genau in dieser Zeit in der Astrologie zum ersten Mal überhaupt Lilith thematisiert wurde. Dabei handelt es sich nicht um einen Planeten, sondern um einen sensitiven Punkt der Mondumlaufbahn um die Erde. Lilith ist der entfernteste Punkt der Umlaufbahn (Apogäum). In der Deutung beschreibt der schwarze Mond (Lilith), einen Lebensbereich und eine Anlage, die ganz weit entfernt im Dunkeln liegen. Ein blinder Fleck, der uns sehr geneigt macht, nicht das zu spüren und wahrzunehmen, was wir wirklich brauchen.
Lilith steht nicht nur für die Sexualität, sondern für unsere weiblichen, ursprünglichen Bedürfnisse nach Freiheit, Gleichheit, nach Angenommensein und nach unserer wahren schöpferisch-weiblich/mütterlichen Quelle, die sich vertrauensvoll den Zyklen und Rhythmen des Lebens hingeben kann, im stillen Wissen, dass Mutter Erde und das Universum uns trägt und nährt.
Dankbarkeit, Fülle, Weisheit, Liebe, innere Schönheit, die nach außen strahlt, Vertrauen, Wildheit, Leidenschaftlichkeit, Gelassenheit und Leichtigkeit sind die Geschenke, wenn wir uns öffnen, hingeben und vertrauen!
Bild: Dante Gabriel Rossetti





Die beiden großen Lichter des Himmels – Sonne und Mond – geben sich ein Rendezvous und vereinigen sich im Neumond im feurigen Zeichen Widder.
Der kalendarische Frühlingsbeginn am 20.3.14, um 18.07 Uhr, wird durch den Ingress der Sonne in das Widderzeichen festgelegt.
Die Sonne im Fischezeichen macht uns durchlässiger für existentielle Dinge wie die Rückverbindung an das Sein, Vertrauen, Mitgefühl, Toleranz und einer bedingungslosen Liebe. Genauso kann es uns aber den Kopf vernebeln und in Scheinwelten, Süchte und Illusionen vom wahren Sein abtrennen.
Die Zeitqualität gibt uns wieder einen Impuls, erneut über Liebe, Sexualität und Beziehung, aber auch die Rollenverständnisse von Frau und Mann, bzw. weiblicher und männlicher Energie, zu reflektieren und gemachte Erkenntnisse beherzt umzusetzen.
Wenn wir bereit sind, zu erkennen, dass die Liebe und Eros uns helfen unsere wahre Größe nach und nach freizulegen, zu wachsen und unser inneres Licht nach außen strahlen zu lassen, würden wir mit den Schmerzen und Ängsten, die sie an die Oberfläche bringt, anders umgehen.
Passend zur Zeitqualität, die nach neuen moralisch-ethischen Strukturen sucht, wird bei den neuen Bildungsplänen für die Schulen die Sexuelle Vielfalt diskutiert.
Wenn wir uns in Liebesverbindungen verbiegen und uns selbst nicht treu sind, bleibt uns die zutiefst beglückende und erfüllende Erfahrung der Liebe, Sexualität und Erotik verwehrt.
Wenn das alte Jahr zu Ende geht und das neue beginnt, macht sich häufig das Bedürfnis breit, Veränderungen in sein Leben einfließen zu lassen. Altes und Verbrauchtes, was hinderlich ist und den Weg zu sehr beschwert, will losgelassen werden. Damit öffnet sich der Raum für die neuen Vorsätze, die mehr Sinn und Fülle in`s Leben und den Alltag bringen wollen.
Vom 21.12.13 bis zum 31.1.14 im Zeichen Steinbock wird die Venus rückläufig und verdient damit eine besondere Hinwendung zu den Themen Beziehung, Werte und Ressourcen.